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Mundart ist wieder In
MUNDARTABEND IM HAUS KATZ
(29.01.2010) Der Mundartabend ist eine kulturelle Veranstaltung des BSHV-Jüchen. Stattgefunden hat der Abend im Ratssaal des Haus Katz.
Bei Beginn um 19:30 Uhr war der Saal bereits voll gefüllt, so dass für die später eingetroffenen Gäste weitere Stühle hochgebracht wurden. Letztendlich mussten immer noch Zuschauer den Abend im Stehen verfolgen.
Begonnen hat die Veranstaltung mit der Begrüßung der Gäste, u.a. Bürgermeister Harald Zillekens, Margarete Kranz (Umsiedlungsbeauftragte der Landesregierung), Wilfried Unrein (Vorsitzender des Partnerschaftskomitees), die Ehrenmitglieder Hubert Klinkhammer und Manfred Wirtz.
Der eigens für den Abend gebuchte „Glabbacher“ Musiker und Kabarettist Horst ’Hotte’ Jungbluth präsentierte in Mönchengladbacher Dialekt Geschichten und Musik. Wie in jedem Jahr stand auch wieder unser ehemaliger Präsident und Ehrenmitglied Hubert Klinkhammer auf dem Programmzettel. In seinem ersten Auftritt, zusammen mit seinem Schwiegersohn Peter Hanß Klinkhammer, wurde abwechselnd in Oberweseler- und Jüchener Platt vorgetragen. Hubert Klinkhammer trug eine der vielen durch ihn übersetzten Geschichten ins Jüchener Platt vor, worauf folgend sein Schwiegersohn die Litanei „Besöök bee dr Großeldere op em Lank“ erzählte.
Danach folgten Beiträge vom früher in Jüchen wohnhaften Raimund Görtz mit dem Titel „Frööher“ und Hans Müller (Mitglied der Heimattreue) mit der Geschichte „Engelches“. Auch unser ehemaliger Fahnenschwenker Heinz Luchtmann (Mitglied der Marine 1) trug eine Übersetzung vom Hochdeutschen ins Dialekt vor.
Wir haben in Jüchen wahrscheinlich den lustigsten Leiter eines Seniorenheims in Deutschland, denn mit seinem Beitrag brachte Richard Sachse die Besucher nicht das erste und auch nicht das letzte Mal zum Lachen. Mit seinem Lied „Die Möösch“ forderte er die Besucher zum Mitsingen des Refrains auf. Auszug aus dem Lied „Die Möösch“
Refrain:
Wie kütt die Mösch, die Mösch, die Mösch, bei uns en die Kösch? Un setz sich medden op d’r Desch, die Mösch, die Mösch, die Mösch. Wat well die en d’r Kösch en Mösch höt en d’r Bösch. Och wenn se doch bloß wigger flöch, die Mösch, die Mösch, die Mösch.
Mit Lachen, bis die Tränen in die Augen stiegen, ging es dann weiter. Unser letzt jähriges Königspaar Thorsten und Angelika Fratscher zeigten zusammen mit Michael Ermer (beide Marine 1) eine herrliche Parodie in Thüringer Mundart. Dabei kam ungeahntes schauspielerisches Potential der Vortragenden zum Vorschein. Die Besucher kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus! Zum Abschluss der ersten Hälfte belustigte Horst Jungbluth die Gäste bis zur Pause.
In der Pause gab es Gelegenheit, an der eine Etage tiefer eingerichteten Theke, ein Gläschen zu trinken und mit Freunden und Bekannten, natürlich auf „Jööcher Platt“, zu klönen.
Büttenredengleich startete dann die zweite Hälfte des Abends. Manfred Wirtz trug sein „Bunnegerich“ vor, bei dem ein Kirchengang nach Einnahme eines Bohnengerichtes beschrieben wurde. Mit viel Applaus wurde er anschließen wieder zu seinem Sitzplatz begleitet. Auch die Jugend hatte Ihren Auftritt. Drei Schüler der Realschule Jüchen präsentierten unter Leitung von Lehrerin Monika Streger ein Szenenspiel vor, bei dem die Besucher feststellen durften, dass auch junge Menschen sich mit unserer Mundart auseinander setzen.
Danach standen dann die „alte“ und der “neue” Bürgermeister(in) auf der Bühne. Frau Kranz trug mit Unterstützung des amtieren Bürgermeisters „Messing un Fieles“ in ihrem Dialekt vor. Auch Richard Sachse sang nochmals Kölsche Lieder und Hubert Klinkhammer, zusammen mit Sarah Brenneke, verglichen die „Schüllzick fröher un hück“.
Eine weitere Parodie gab es dann noch in Thüringer Dialekt, bei der die Missverständnisse zwischen verschiedenen Mundarten behandelt wurden.
Zum Abschluss des Abends hat Horst Jungbluth weitere Lieder und Geschichten, u.a. über „Feinkostgewölbe“ und „Männerbeine in Shorts und Badelatschen“, auf Glabbacher Platt vorgetragen. Dies war ein würdiges Ende für einen schönen Abend in Mitten von mundartbegeisterten älteren und jüngeren Menschen.
Es würde den BSHV-Jüchen sehr freuen, wenn im nächsten Jahr noch mehr junge Menschen die Veranstaltung besuchen würden, denn man kann behaupten, dass sie nicht enttäuscht sein werden. Es ist für jede Altersstufe und jeden Geschmack etwas dabei. Von ganz normalen Geschichten bis hin zum kabarettistischen Bühnenvortrag, von lustigen Liedern bis hin zu parodisch aufgeführten Bühnenstücken. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Akteuren für die tollen Vorträge und Gästen für die großzügigen Spenden, ohne die solch ein Abend nicht möglich wäre.
Die nächste Veranstaltung des BSHV-Jüchen ist das offene Volksliedsingen am 13. März in der Bürgerhalle an der Alleestrasse. Beginn ist voraussichtlich 20 Uhr.
Interessante Links zu diesem Thema: --> Rheinische Mundart --> Rheinisches Wörterbuch
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