|
Gedenkansprache von Weihbischof Karl Borsch:
BÜRGERSCHÜTZEN- UND HEIMATVEREIN LÄDT ZUR VOLKSTRAUERTAGS-GEDENKFEIER AUF DEN FRIEDHOF
JÜCHEN (08.11.2010). Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag zählt auch in Jüchen zum festen Bestandteil des Jahreskalenders. Seit einigen Jahren liegen Gestaltung und Durchführung der Feier in den Händen des Bürgerschützen- und Heimatvereins, der auch in diesem Jahr wieder die Bevölkerung herzlich zur Teilnahme einlädt.

Am kommenden Samstag (13. November) formiert sich um kurz vor 16 Uhr auf dem Jüchener Marktplatz der Zug zum Ehrenmal auf dem Friedhof, an dem die Gedenkfeier zum diesjährigen Volkstrauertag stattfindet. Musikalisch gestaltet wird die Feier u.a. vom Grevenbroicher Posaunenchor. Die Gedenkansprache hält der Aachener Weihbischof Karl Borsch, der derzeit die katholischen Pfarreien in Jüchen besucht. Schülerinnen und Schüler der Realschule Jüchen werden mit nachdenklichen Texten die Feier gestalten.

Die Ehrenwache stellt der Löschzug Jüchen der Freiwilligen Feuerwehr. Veranstaltet wird die Gedenkfeier vom Bürgerschützen- und Heimatverein Jüchen, dessen Präsident Hans-Hubert Krall den Charakter der Feierstunde so beschreibt: „Sie sollten eine Reflexion und Rückschau auf unrühmliche Epochen und Ereignisse der Geschichte sein. Vielleicht helfen sie auch, einmal kritisch über die Zunahme an Gewalt in verschiedener Form gerade in unserer Zeit nachzudenken.“
Über den Volkstrauertag
Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den ”Stillen Tagen”. Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. In Deutschland gedenken wir an diesem Tag den Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Nach Ende des 1. Weltkrieges regte der Volksbund an, einen nationalen Trauertag einzurichten. Der Volksbund ist zugleich Träger dieses Gedenktages.
1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1926 entschied man sich dann, den Volkstrauertag regelmäßig am 5. Sonntag vor Ostern, Reminiscere, zu begehen. 1933, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, wurde aus dem "Volkstrauertag" der "Heldengedenktag". Die inhaltliche Bedeutung bezog sich nun auf die Verherrlichung der "Helden" und nicht mehr auf die Trauer um die Gefallenen. Im Jahre 1948 gelang es dem Volksbund die Tradition des Volkstrauertages in alter Form wieder aufzunehmen. Die erste zentrale Veranstaltung wurde zwei Jahre später im Plenarsaal des Bundestages in Bonn abgehalten. Um sich von der Tradition des "Heldengedenktages" abzusetzen, wurde 1952 entschlossen den Volkstrauertag künftig am 2. Sonntag vor dem 1. Advent zu begehen.
|